Römerfort im Irrland

Wir sind in Irrland. Nicht das Irland mit einem „r“, sondern Irrland in Kevelaer-Twisteden, Nordrhein-Westfalen, nahe der niederländischen Grenze. Ein Freizeitpark, der zum „Verirren“ einlädt. Und dabei ist das Maislabyrinth nur eines von vielen Attraktionen des Familienbetriebs. Die Umorientierung vom Bauernhof zum Erlebnishof begann 1999 als das Ehepaar Johannes und Josefine Winkels-Tebartz-van Elst als Nebenerwerb das Maislabyrinth anlegten. Seitdem liegt der Fokus auf dem Freizeitparkgeschäft.

Kontinuierlich wurde der Park erweitert: Streichelzoo, Ponyreiten und einige Spielgeräte finden sich auf der auf mittlerweile  300.000m² angewachsenen Fläche. Die Angebote richten sich an Familien mit Kindern im Alter bis zu 12 Jahren. Die Betreiber verzichten bewusst auf aufwändige Fahrgeschäfte und konzentrieren sich auf eine traditionelle Ausstattung und familien- und kindgerechte Gestaltung. Über eine Million Besucher hat der Park jährlich. Er zählt zu den beliebtesten Freizeitzielen in der Region Niederrhein.
Zum Leitthema „Brot und Spiele“ und  „Den Römern auf der Spur“ wurden Teilbereiche neugestaltet. Die Betreiber des Freizeitparks wandten sich mit Wünschen zur Umsetzung an die Handelsvertretung Tapper & Hollmann und die Berliner Seilfabrik.

Erfahrung mit Seilspielgeräten konnte die Erlebnisoase mit einem Gerät der Firma TriPoli bereits sammeln. Spielwert und Volumen eines Außengerüstes mit Raumnetz im Innern sind optimal und nicht vergleichbar mit denen herkömmlicher Spielplatzgeräte.
Die Philosophie des Themas und somit auch des neuen Spielplatzbereiches beschreibt das Irrland folgendermaßen: „Was im alten Rom die Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und Brotspenden waren, gibt es wohl auch heute noch. Mit Ablenkung im Fernsehen und Zerstreuung durch die Botschaften der Medien schaffen es die Senatoren unserer Zeit, das Volk zu beschäftigen und bei Laune zu halten. Im Irrland gibt es etwas anderes. Ganz ohne Bildschirme und Apparate heißt es hier: Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer, einmal richtig austoben, sich von frischer Luft beflügeln lassen, sich von allerlei Tieren beschnuppern und von bunten Pflanzen inspirieren zu lassen.“.

Den Architekten und Landschaftsplanern der Berliner Seilfabrik stand zur Gestaltung eine Fläche von 15 Metern x 30 Metern einschließlich Sicherheitsbereich zur Verfügung. Der Themenschwerpunkt „Römer“ war ausdrücklich vorgegeben. Durch die genauen Vorstellungen des Freizeitparks sowie die Kompetenz des Berliner Creative Centers der Seilfabrik und seiner Planer und Architekten war es in diesem Fall möglich, ohne externe Planer zu arbeiten und somit die Kommunikationswege kurz zu halten. Jeder, der schon mal ein Asterix Heft in der Hand gehalten hat und sich ein wenig in dieser Comic Welt auskennt, wird die Designsprache erkennen. Hinter Palisaden sieht man schon die stilistisch sich an Römertürme anlehnenden Spielgeräte. In diesem speziellen Fall wurde aus zwei Standard Raumnetzgeräten der Berliner Seilfabrik eine neuartige Kombination erschaffen. Im oberen Bereich der Geräte ersetzt ein horizontales Flächennetz das Raumnetz und die Verkleidung des Geländers sowie die Gestaltung des Daches mit hochwertigen HDPE Kunststoffpanels verdeutlichen das Thema. Zwischen den beiden großen Geräten gibt es eine luftige Transfermöglichkeit. In 3,60 Metern Höhe verbindet eine Hängebrücke die beiden Türme. Diese ist aus normtechnischen Gründen mit einem feinmaschigen Edelstahlnetz verkleidet, welches ein Beklettern der Brücke von außen unmöglich macht.

Zusätzliche Spielfunktionen bieten eine Dschungelbrücke, eine Gummigurtrampe, eine Hängematte sowie Einstiegsnetze und ein Drehgerät namens Monkey Jibe. Somit ist für jeden in der vorgesehenen Altersgruppe der Kinder bis 12 Jahre etwas dabei und die große Anlage bietet Spielvolumen für alle. Auf dem gesamten Parkgelände sind zahlreiche Picknick- und Grillplätze zu finden. Allen Gästen ist es ausdrücklich erlaubt, ihr eigenes Essen und Trinken mitzubringen. Die Zusammenarbeit mit privaten Investoren wie einem Freizeitpark ist vor allem dann von Erfolg geprägt wenn die Kommunikationswege kurz gehalten werden können. Der Park profitiert hierbei von erfahrenden Unternehmen mit planerischer Kompetenz, die durch qualifizierte lokale Partner vertreten werden. Der Vorteil für Spielgerätehersteller liegt in den kurzen Entscheidungswegen und einem ausgeprägten Bewusstsein für qualitativ hochwertige Anlagen, die dem Besucher dauerhaft einen Mehrwert für den Aufenthalt im Park vermitteln.