Zwischen Himmel und Erde

Viele geflüchtete Menschen haben den Wunsch, den Menschen in Deutschland für die freundliche und offene Aufnahme etwas zurückzugeben. Sie wollen „Danke!“ sagen und das auch in einer sichtbaren Form ausdrücken. Im Rahmen des Projektes „Zwischen Himmel und Erde“ haben deshalb Menschen mit Fluchthintergrund einen Spielplatz für die Kinder des Märkischen Viertels in Berlin-Reinickendorf gebaut.

Auf dem Gelände der Evangelischen Apostel Petrus Gemeinde am Wilhelmsruher Damm wurde seit Mitte September an der Errichtung eines Niedrig- und Hochseilgartens gearbeitet. Dieser konnte im November fertiggestellt und von den Kindern der Kita Kirchenmäuse unter dem Motto „Ab in die Luft“ eingeweiht werden.
Die Berliner Seilfabrik GmbH & Co. ist als Projektpartner und Sponsor beteiligt und hat den Niedrig- und Hochseilgarten in Form einer „Terranos-Kombination“ beigesteuert. Die Auswahl der Seilgartenelemente wurde dabei so getroffen, dass sowohl für die jüngeren, als auch für die älteren Kinder eine Herausforderung gegeben ist.

Vor allem sollte die Begegnung mit den Menschen, die sich in diesem Projekt für Kinder und Jugendliche einsetzen und für diese Zeit ihre Fluchterfahrung hinter sich lassen, möglich sein. „Integration beginnt mit Kennenlernen und macht aus Fremden Nachbarn“, sagt Reinickendorfs Integrationsbeauftragter Oliver Rabitsch, der das Projekt zusammen mit dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Thomas Meier, maßgeblich angeschoben hat. Und tatsächlich hätte es nicht besser laufen können: Mehr als 100 Tonnen Sand wurden geschippt, Eingrenzungsplatten wurden verlegt, sechs Meter hohe Rohre wurden einbetoniert und schließlich die Seile befestigt. „Alle Männer waren mir Eifer bei der Sache“, berichtet Thomas Maier. „Es gab trotz der Sprachbarrieren nie Streit, keine ethischen Konflikte“, freut sich der Diakonie-Chef.

In der jüngsten Vergangenheit waren die Berliner bereits mehrmals an Flüchtlingsprojekten beteiligt und unterstreichen nun abermals ihre offene Haltung gegenüber Geflüchteten. Neu war diesmal, dass die Initiative von den Flüchtlingen ausging, die etwas zurückgeben wollten. David Köhler, geschäftsführender Gesellschafter der Berliner Seilfabrik, ist zufrieden: „Natürlich ist es sehr erfreulich zu sehen, dass die Willkommenskultur ihre Wirkung auf diese Art und Weise zeigt. Noch mehr freut es mich aber, dass es sich hierbei um einen Spielplatz und somit um einen Ort der Begegnung handelt, der die Integration auch weiterhin nachhaltig fördern wird.“.

Ähnlich äußert sich auch der Projektbeteiligte Khalil Sharaf aus Syrien: „Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses kleine Projekt der Beginn von etwas Größerem wäre.“ Tatsächlich ist im Laufe der Projektzeit die Idee gewachsen, über den Spielplatzbau hinaus zusammenzuarbeiten.